Die Malediven ein zweites Atlantis

Globale Erwärmung und Auswirkung auf Malediven Inseln.

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Malediven und die Folgen Globaler Erwärmung.

Seit Millionen Jahren schwemmen die Gezeiten den weissen Strand innerhalb der maledivischen Atolle an die Strände der Inseln. Zu manchen Jahreszeiten tragen sie die Sandbänke auf einer Inselseite ab und werfen sie auf der Inselrückseite wieder auf. Sandbänke tauchen aus der Lagune auf und verschwinden wieder, andere begrüngsam mit Scaevolabüschen und Pandanus-Bäumen. Das Wurzelwerk festigt den Boden, Kokospalmen beginnen zu spriessen, und nach ein paar tausend Jahren entsteigt dem im Zentrum der Insel entstandenen Dschungel intensiver Humusgeruch.

Neues Leben auf Malediven
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Jahrtausendelang herrschte ein ständiges Entstehen und Vergehen von Inseln und Sandbänken. Erst seit 4'000 Jahren kommen und gehen auch Menschen, die sich die wasserreichsten und wohnlichsten Inseln aussuchen und sie besiedeln. In früheren Zeiten bauten sie ihre Dörfer aus Palmholz und Palmblättern weit vom Strand entfernt im Inselzentrum. Alle drei bis vier Jahre erneuerten sie die Hütten, weil Dächer vom Wind weggeblasen oder durch die Feuchtigkeit verrottet waren. Veränderungen der Inselformen und der Lage der Sandbänke waren unwichtig, denn sie betrafen selten die im Inneren der Insel gelegenen Dörfer. Und wenn doch einmal eine Sturmflut über die Insel hinwegging, baute man das Dorf neu auf oder suchte sich eine andere Insel.

Viele Malediver verweisen auf diesen stetigen Wechsel von Entstehen und Vergehen der Inseln, wenn von der Gefahr des Untergangs der Malediver die Rede ist. Man müsse lediglich aus den Erfahrungen der Fischer in den vergangenen Jahrtausenden lernen und Häuser nicht unmittelbar an den Strand bauen, die Vegetation einer Insel so wenig wie möglich ausdünnen, keine Stege und Wasserbungalows über die Lagune stellen, welche die Inseln destabilisieren, Meeresströmungen verändern und somit zu Umformungen der Inseln führen. Dann würden die Inseln auch weitere 4'000 Jahre erhalten bleiben.

Doch seit einigen Jahrzehnten erscheinen die Naturmächte - so die Befürchtung einiger Wissenschaftler - stärker und bedrohlicher als in früherer Zeit:
- 1955 zerstörten gewaltige Sturmfluten mehrere Inseln im Norden der Malediven,
- 1964 wurde die Insel Hagnaameedu durch eine Überschwemmung unbewohnbar,
- 1987 schwappte eine gewaltige Flutwelle über die Inselhauptstadt Male und warf riesige Korallenblöcke bis auf die Landebahn der Flughafeninsel Hulhule.

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Ist das die Atlantis?
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Der Präsident der Malediven, Maumoon Abdul Gayoom, warnte 1992 in seiner Ansprache anlässlich des Umweltgipfels in Rio de Janeiro davor, dass eine weitere globale Erwärmung, abschmelzende Gletscher und der steigende Meeresspiegel seinem Land nicht nur schweren Schaden zufügen, sondern dass die Malediven schlicht von der Weltkarte verschwinden und nichts als fotogene türkise Lagunen zurücklassen würden. Leider spricht einiges dafür, dass diese Vision eines zweiten Atlantis realistisch ist, denn in jüngster Zeit wirken viele Faktoren zusammen, welche die Inseln gefährden.

Es fehlen viele Millionen Kubikmeter der kalksteinernen Hindernisse vor den Inseln, da seit einigen Jahrzehnten die Dörfer nicht mehr aus Palmholz, sondern aus Korallenblöcken gebaut werden. Riffdächer, die sich den Flutwellen des offenen Indischen Ozeans entgegenstemmten, wurden zersägt als Baumaterial an Land gebracht. Auch das Wetterphänomen "El-Nino" hat in den Jahren 1997 und 1998 im Indischen Ozean Klimabedingungen geschaffen, die zu ungewöhnlicher Erosion führten. Der von November bis April aus Südwest wehende Wind blieb ein Jahr lang aus, und damit auch die Verlagerung des Inselsands von der Südwestseite auf die Nordostseite. Ohne den Schutz des Sandes nagte der darauffolgende Nordostwind von April bis Oktober verstärkt an Teilen der Inseln, die bisher Festland waren. Hinzu kommt die Tatsache, dass die globale Erwärmung der Erde und damit auch der Wassertemperaturen zum Absterben temperaturempfindlicher Korallenarte führte. Bis wieder ein stabiles, korallenfreundliches Gleichgewicht gefunden ist, wird es Jahrzehnte, wenn nicht Jahrhunderte dauern. In dieser Zeit bleibt die natürliche Schutzwirkung des Riffs für die Inseln eingeschränkt.

Sandbank auf Malediven
Quelle: pixdaus.com

Es spricht zudem einiges dafür, dass die Flutwellen in den Ozeanen in den vergangenen Jahrzehnten höher und die Stürme heftiger geworden sind. Wenn sich die Erdatmosphäre aufgrund der Verbrennung fossile Stoffe und der dadurch frei werdenden Kohlendioxide erwärmt, begünstigt dies die Entstehung tropischer Wirbelstürme, die bisher die Inseln der Malediven noch nicht erreichten. Diese gefährlichen Stürme entstehen derzeit nahe dem nördlichen und dem südlichen Wendekreis, wo die Wassertemperatur während des jeweiligen Sonnenhöchststands für mehrere Wochen den kritischen Wert von 26°C überschreitet. In den Breiten der Malediven nahe dem Äquator ist dies bisher nur kurzzeitig der Fall. Bei nur 1°C erhöhter Wassertemperatur aber bilden sich auch hier Wirbelstürme, und riesige Flutwellen werden über die nur 2 m hohen Inseln hinwegpeitschen. Die Inseln werden versalzen und unbewohnbar, lange bevor sie von der steigenden Wasseroberfläche zugedeckt sein werden.

Die faszinierende Malediven
Quelle: grosseleute.de

Die maledivische Bevölkerung ist dieser Entwicklung weitgehend hilflos ausgeliefert, denn nicht die Malediver pumpen die Erdatmosphäre mit Kohlendioxid auf, sondern es sind Kohlekraftwerke, Millionen von Autos und Tausende von Flugzeugen in technisch hoch entwickelten Ländern. Wird die Malediver also in absehbarer Zeit ein Schicksal ereilen, das dem von Kriegsflüchtlingen gleichkommt? Werden sie von ihren Inseln evakuiert werden und als Aussenseiter in Indien, Sri Lanka, Europa oder Südostasien ein Flüchtlingsdasein führen müssen? Böse Zungen behaupten, die politische und ökonomische Führungsschicht nutze die reichen Einnahmen aus dem Tourismus, um sich schon einmal einen überschwemmungssicheren Wohnsitz auf Sri Lanka zuzulegen.

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Republic of Maldives

700 km südwestlich der Südspitze Indiens liegt ein Paradies im Indischen Ozean.
Die Malediven sind ein bezauberndes Archipel aus 1'196 Inseln in 19 Inselgruppen ganz unterschiedlichen Charakters, mit zarten Korallenriffen und Azurblauen Lagunen.
Die Nord-Süd-Ausdehnung der Malediven beträgt etwa 800 km und die Ost-West-Ausdehnung an der breitesten Stelle 130 km.

Quelle: Google Maps

Malediven Highlights

Malediven Geschichte im Überblick:
- 4000 Jahre alte Archäologische Funde
- Jahrhunderte des Buddhismus
- Arabische Einfluss und Islam als Staatsreligion
- Beginn europäischen Enflusses
- Unabhängigkeit und UNO-Beitritt
- Malediven und Tourismus
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Quelle: world-tourismus.com